1973 Schwimmverband

Die Stellung des TWV im Landesschwimmverband

Die Förderung der schwimmsportlichcn Tätigkeit innerhalb der Vereine Tirols gehört mit auch zu den Aufgaben des Landesschwimmverbandes. Diese Organe des LSV, besonders der Vorstand, gebildet aus Vorsitzenden, Stellvertreter, Schriftführor, Kassier und dem technischen Ausschuß haben daher auch eine gewisse Verantwortung zu tragen. Der Verbandsvorstand wird unter anderem beim Verbandstag von den stimmberechtigten Mitgliedsvereinen aufgrund der auf dem Verbandstag ermittelten Stimmverhältnissen gewählt. Für die Stimmenermittlung bzw. Sitzverteilung wurde allein im Bereich des LSV Tirol vor Jahren ein von den VÖS-Bestimmungen abweichen­ des undurchsichtiges Punktesystem mit SCI—Mehrheit beschlossen, das für weitere Ermittlungen vom TWV selbstverständlich anerkannt werden musste. Der letzte Verbandsvorstand setzte sich aus 6 SCI-Vertretern (Rogger, Pajek, Pallua, Fritz, Bergauer, Eberhard), 3 TWV-Vertretern (Lechner, Kirchmair, Pokorny) und einem Vertreter der HSV (Posch) zusammen.

Verbandstag

Beim Verbandstag 1973 am 26. Feber wurde für die fällige Wahl des Vorstandes vom LSV (Sekretär Gheri) eine Stimmenermittlung vorgelegt, die nach Ansicht der TWV-Vertreter nicht stimmen konnte und die sich nach oberflächlicher Überprüfung auch als falsch erwies. Trotzdem wurde vom Verbandsvorsitzenden Dr. Rogger ohne Überprüfung die vorliegende ungeprüfte Stimmenermittlung einer Wahl zugrunde gelegt, die keine sein konnte, da durch dieses Vorgehen eine Verletzung der Bestimmungen des § 20 (Sitzverteilung) der Satzungen des LSV begangen wurde. Die TWV Vertreter waren aber bis zur Prüfung der Stimmenermittlung gegen die Durchführung der Wahl, nachdem ein Vorschlag der TWV-Vertreter über eine aktive Mitarbeit im Verband vorerst nicht die Zustimmung der SCI-Vertreter fand.

Wahlen im Landesschwimmverband

Gerade zu diesem Zeitpunkt zeigte sich, daß sich einige Funktionäre nicht von Vereinsinteressen trennen und so auch nicht der Allgemeinheit und der Entwicklung des Sportes dienen konnten. Der nur aus SCI-Vertretern zusammengesetzte Rumpfvorstand konnte nur eine Übergangslösung sein. Die vom TWV eingebrachte Stimmenermittlung zeigte, daß selbst bei Nichtberücksichtigung aller Veranstaltungen, an denen nur Mitglieder der TWV Schwimmsektionen wie z.B. Vereinsmeisterschaft teilnahmen, der TWV nach der PunKteermittlung die Nase vorn hatte. Dies mußte auch das Verbandsgericht, dessen entscheidungsfreindlicher Vorsitzende auch nicht in der Lage war, Klarheit zu schaffen, zu Kenntnis nehmen. Das nicht beschlußfähige Verbandsgericht vertagte sich, um durch Zuwahl beschlußfähig zu werden.

Schliesslich siegte doch die Einsicht, die allein auf die Entwicklung im Schwimmsport nicht hemmend wirkt. Die Vertreter des SCI zeigten sich gesprächsbereit. Anlässlich der Tiroler Meisterschaften am 8.7.1973 konnte weitgehend Übereinstimmung getroffen werden. In einem folgenden ausserordentlichen Verbandsta, an dem die VEreinsvertreter mit je 1 Grundstimme stimmten, konte der neue Vorstand gewählt werden, der sich nun wie folgt zusammensetzt.

1. Vorsitzende: Dr. Franz Rogger, SCI,
2. Vorsitzende: DI Herwig Herbert, TWV
Schriftführer: OAR Edmund Posch, HSU
Kassier: Dr. Helmut Forster, TWV

Technischer Ausschuß:
Schwimmwart: Günther Fritz, SCI
Jugendwart: Ing. Peter Hofmann, TWV
Jugendwart: Werner Eberhard, SCI
Wasserballwart: Arthur Pokorny, TWV
Lehrgangswesen: Prof. Günther Pajek, SCI
Stimmprüfer: Hermann Egger, USC Rietz
Technischer Beisitzer: Richard Schmidberger, SV Reutte

Verbandsgericht
Dr. Alexander Woyuawiez ?, SCI
Dr. Rainer Kellner, TWV
STR Prof Dr Leopold Wagner HSU

Rechnungsprüfer: Dr Siegfried Berger, TWV und Helmut Dörfer SCI
Sektretariat: Max Gheri, Schöpfstrasse37

Ohne auf Vereinsinteressen zu achten, ist zu hoffen, daß der neue Verbandsvorstand seine Entscheidungen in Zukunft im Dienste des Schwimmsportes treffen wird und die vorhandenen positiven Entwicklungen im heimischen Sport fördern wird. Unserer Ansicht kann es nicht Ziel eines Funktionärs sein durch Einnahme von verantwortungsvolle Positionen im Sport nur gesellschaftliches Ansehen zu erlangen. Nach wie vor muß er durch seine Arbeit im Dienst des Sportes der Allgemeinheit dienen.

Autor: Herwig Herbert