1980: ASVÖ Enquete Mayrhofen/Zillertal

Vom 1. bis 4. Mai 1980 fand in Mayrhofen im Zillertal eine Enquete des ASVÖ, des größten österreichischen Dachverbandes, dem auch der TWV angehört, die unter dem Motto "ASVO heute und morgen" stand, statt. In diesem Zusammenhang soll zur Information kurz auf die Organisation des Sports in Österreich und die Stellung des ASVÖ eingegangen werden. Da der Sport in keinem Kompetenzartikel des Bundes-Verfassungsgesetzes in Gesetzgebung oder Vollziehung dem Bund übertragen ist, bleibt er im selbständigen Wirkungsbereich des Landes. Diese Situation ist für den Bund unangenehm, da er von sich aus nicht fördern kann, er versucht daher diesbezüglich Gesetze zu schaffen wie z.B. das Bundes-Sportförderungsgesetz, gemäß diesem Gesetz er z.B. Olympische Spiele, Weltmeisterschaften und Europameisterschaften usw. oder aber die sportärztliche und sportwissenschaftliche Forschungs-, Beratungs-, Untersuchungs- und Behandlungsstellen fördern kann und in dem die Österreichische Bundessportorganisation als Dach des Österreichische Sportes von großer Bedeutung ist. Die Österreichische Bundessportorganisation, deren Aufgaben im Bundessportförderungsgesetz festgelegt sind, ist somit Partner der staatlichen Institutionen und umfaßt den Zusammenschluß der drei Sportdachverbände, die der unterschiedlichen Weltanschauung der Sportler und der Fachverbände auf freiwilliger Basis Rechnung tragen. Während die Österreichische Turn- und Sportunion (UNION) sich in ihren Satzungen wohl als überparteilich nennt, jedoch eine enge Arbeitsgemeinschaft mit der Österreichische Volkspartei hat, die Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur in Österreich (ASKÖ) eine sozialistisch orientierte Sportorganisation ist, die in den Satzungen die Vertiefung der verfassungsmäßigen republikanischen demokratischen Staatsidee verankert hat, nimmt der größte Österreichische Dachverband, der Allgemeine Sportverband (ASVÖ) auf die parteipolitische und weltanschaliehe Einstellung der Sportler und Funktionäre keinen Einfluß und bekennt sich zur Republik Österreich. Das letzte Ziel des ASVÖ ist die Zusammenfassung aller Österreichische Sportler in einer einheitlichen Organisation auf vereinsrecht1icher, überparteilicher Grundlage. Besonders auf dieses Ziel wurde in Mayrhofen verwiesen, jedoch festgestellt, daß zur Erreichung dieses Zieles ein Grundsatzprogramm, das auf den neutralen, nicht parteipolitisch ausgerichteten Sport ausgerichtet sein soll, fehlt. Für den ASVÖ ist ein solches jedoch besonders wichtig, da seine Sprecherrolle noch stärker werden muß, diese jedoch nur so stark ist wie sie von seinen Mitgliedern getragen wird. Der ASVÖ muß auch weiter politisch neutral bleiben, um politisch handlungsfähiger zu werden. Eine besondere Stellung nimmt hier die Jugendarbeit im ASVÖ ein, da durch diese besonders die Bewußtseinbildung gefördert wird. Dem ASVÖ stehen aufgrund der geförderten Ausbildung viele gute Jugendleiter zur Verfügung, die bereit sind auch Verantwortung zu tragen. Der ASVÖ wird daher dies kam auch bei der Euquete deutlich zum Ausdruck mehr denn je die Jugendarbeit fördern, um seiner Aufgabe, die erzieherische, technische, ideelle und materielle Pflege der Leibesübungen wahrzunehmen, nachzukommen.

Autor: Herwig Herbert